Pakadoo: Five alternatives for parcel delivery.

Fünf Alternativen in der Paketzustellung

Böblingen, 05. Dezember 2019. Per Klick bestellen und dann bequem auf den Postboten warten, der innerhalb kürzester Zeit die Lieferung nach Hause befördert? Die Realität sieht meist anders aus. Vor allem in den Hochphasen des Online-Shoppings, wenn im November und Dezember das ohnehin schon hohe Paketaufkommen aufgrund von Weihnachtsbestellungen nochmals um rund 50 Prozent steigt. Das bedeutet Stress: Nicht nur auf den auch mit Lieferwägen verstopften Straßen, sondern auch für den Empfänger, der häufig nicht einmal zu Hause ist, um die Bestellung entgegenzunehmen. Für die Paketdienste sind diese letzten Meter der teuerste Teil der Zustellung, daher wird regelmäßig darüber diskutiert, ob für die Haustürzustellung Kostenaufschläge beim Paketempfänger erhoben werden sollen. Alternative Zustellmodelle sind also gefragt. Ein Blick auf fünf dieser Möglichkeiten.

1. Paketshop oder Packstation

Statt nach Hause lassen sich Online-Kunden ihre Ware in Paketshops oder -stationen liefern, die für sie am einfachsten erreichbar sind. Die Vorteile: Die Paketfahrer können dort gebündelt gleich mehrere Sendungen zustellen und das Paket ist bis zur Abholung sicher verwahrt. Der Nachteil dabei ist, dass jeder Dienstleister nur sein eigenes System bzw. den eigenen Paketshop bedient. Das heißt, je nach Versandart muss der Kunde im schlechtesten Fall zu mehreren Shops oder Paketstationen fahren. Oder die gewünschte Paketstation ist schon voll und das Paket landet in einer Station am anderen Ende der Stadt. Das kostet Zeit und schadet der Umwelt.

2. Abstellerlaubnis

Es ist der Beinahe-Zuhause-Ort: Unter der Treppe zur Haustür, in der Garageneinfahrt, hinter der Hecke. Das Internet ist voll von skurrilen Bildern, auf denen Lieferungen abenteuerlich abgelegt wurden. Trotzdem entscheiden sich manche Empfänger mangels Alternativen bewusst für die Abstellerlaubnis – oftmals jedoch leicht nervös, denn diese Ablageorte erweisen sich erst dann als gut gewählt, wenn das Päckchen bei der Rückkehr noch vor Ort ist.

3. Zustellung in den Kofferraum

Moderne Autos können fast alles, auch ihren Kofferraum bei Bedarf öffnen. Bei der Kofferraumzustellung nutzt – wie der Name schon sagt – der Paketdienst die smarte Technik, um sich ganz legal Zugriff auf das Innere des Autos zu verschaffen. Deckel auf, Paket rein, Deckel zu – das bietet beispielsweise VW bei einigen Fahrzeugmodellen. Doch mal ehrlich: Wer möchte einem Fremden diesen Zugriff gewähren? Die Akzeptanz bei den Besitzern solcher Fahrzeuge ist entsprechend gering. Abgesehen davon wird dieser Service im Moment nur von der DHL in Köln, Bonn, Berlin und Stuttgart angeboten und auch dort nur in ausgewählten Gebieten.

4. Lieferung an den Arbeitsplatz

Wo befinden sich die meisten Menschen tagsüber? Bei der Arbeit. Doch die Zustellung von Paketen an den Arbeitsplatz ist häufig nicht eindeutig geregelt. In manchen Fällen duldet der Arbeitgeber zwar den Empfang, der Empfänger befindet sich damit jedoch in einer rechtlichen Grauzone, insbesondere, was die Haftung angeht. Und der Arbeitgeber kann den Empfang privater Pakete jederzeit verbieten, wenn die privaten Lieferungen überhandnehmen und deren Handling die Poststelle blockiert. Hier setzt die Lösung von pakadoo an: Mittels smarter Logistik-App können private Pakete, die im Unternehmen ankommen, sofort identifiziert, gescannt und eingelagert werden – entweder direkt in der Poststelle oder in einem Paketschrank. Der Empfänger wird automatisiert via E-Mail oder Push-Nachricht darüber informiert, dass ein Paket für ihn bereitliegt. Die Haftungsfrage ist damit klar geregelt und der Arbeitsaufwand minimiert. Und es funktioniert auch umgekehrt: Retouren lassen sich über diesen Service ebenfalls erledigen. Der Vorteil der Lösung ist, dass Sendungen aller Paketdienstleister am pakadoo point ohne zusätzliche Kosten für den Empfänger beim Arbeitgeber angenommen werden. Nachteilig ist aber, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden den Empfang der Pakete entweder generell erlauben – was insbesondere in großen Unternehmen nicht ohne weiteres möglich ist – oder aber die pakadoo-Lösung anbieten müssen.

5. Ein Paketschrank im öffentlichen Raum

Innenstädte mit Ladengeschäften und Einkaufszentren sind beliebte Orte, an denen sich Menschen vor oder nach der Arbeit aufhalten – sei es auf dem Nachhauseweg oder bei der gezielten Einkaufstour. Neben Packstationen betreiben Anbieter wie Hermes, dpd und Amazon Paketschränke, in denen die jeweiligen Sendungen hinterlegt werden. Jedoch sind diese Lösungen stets auf den jeweiligen Versanddienstleister beschränkt. pakadoo bietet ebenfalls Paketschränke, in denen Sendungen sicher und vor allem unabhängig vom Paketdienst zugestellt werden können. Im Konstanzer Einkaufszentrum LAGO und im Berliner Kaufhaus „das Schloss“ stehen bereits solche Schränke. Die Empfänger nutzen eine individuelle TAN, um dort ihre Bestellung täglich zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Centers abzuholen und bei Bedarf auch Rücksendungen aufzugeben. Das Netz solcher Paketschränke wird sukzessive ausgebaut, damit Empfänger beispielsweise nicht extra zu einem solchen fahren müssen, um ihr Paket abzuholen. Ziel ist es auch, pakadoo points beispielsweise an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs einzurichten.

„Gebündelte Zustellung ist die Basis“

Für Markus Ziegler, Geschäftsführer der pakadoo GmbH, liegt angesichts der aufgezeigten Szenarien „der Schlüssel, um Paket und Empfänger optimal zusammenzubringen und gleichzeitig den Verkehr zu entlasten, in einer Kombination aus unterschiedlichen Maßnahmen.“ Die Praxis zeigt jedoch, dass, solange Paketdienste – insbesondere in Hochzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft – jeweils nur ihre eigenen Lösungen vorantreiben, es keine echte Alternative für Online-Shopper gibt und sie noch mehr Zeit damit verbringen müssen, ihre Pakete abzuholen oder zu retournieren – was Zeit und Nerven beansprucht. „Nur eine Paketdienst-übergreifende Zustellung dorthin, wo sich die Empfänger aufhalten – wie beispielsweise ins Büro – ist die Basis, um eine sinnvolle Lösung zu finden. Gleichzeitig können so Fahrten, Emissionen, Zeit und damit auch Kosten bei allen Beteiligten tatsächlich eingespart werden, was eine echte Entlastung für Empfänger, Verkehr und Umwelt bedeutet“, sagt Markus Ziegler.

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